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Zur Veranschaulichung stellen wir Ihnen auf dieser Seite zwei Beispiele für Informations- bzw. Beratungsschreiben in anonymisierter Form vor, die jeweils unter
Veranschlagung einer Arbeitsstunde zu EUR 67,03 zu bearbeiten waren. Schreiben Nr. 1, Anfrage zu diagnostischen Massnahmen:Sehr geehrter Herr B., haben Sie
vielen Dank für Ihr Interesse an Medinfo-Online und Ihre freundliche Anfrage vom.... . Sie schildern uns, dass Ihr Hausarzt bei der Abtastung Ihres Halses den Verdacht auf eine Vergrösserung der Schilddrüse
geäussert hat und Ihnen nun eine nuklearmedizinische Untersuchung (Schilddrüsenszintigraphie) vorschlägt. Sie fragen an, ob in Ihrem Fall eine solche Szintigraphie oder eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse
(Sonographie) vorzuziehen ist. Im Regelfall sollte aus unserer Sicht zunächst eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ins Auge gefasst werden. Die Schilddrüse ist einer solchen Untersuchung im Allgemeinen gut
zugänglich. Bei adäquater Qualität des Ultraschallgerätes kann die Schilddrüse in ihrer Feinstruktur gut dargestellt und in ihrer Grösse recht präzise vermessen werden. Auf diese Weise kann das Volumen der Schilddrüse
in Millilitern abgeschätzt werden, so dass sich klären lässt, ob tatsächlich eine Schilddrüsenvergrösserung vorliegt; mitunter kann eine Vergrösserung der Schilddrüse nur durch kräftig ausgebildete Halsweichteile
vorgetäuscht werden. Auch können etwaige Knoten, Cysten und andere Strukturanomalien der Schilddrüse und Halsweichteile mit Ultraschall gut erkannt werden. Eine solche Ultraschalluntersuchung ist frei von jeder
Strahlenbelastung und nach heutiger Erkenntnis ohne irgendwelche schädlichen Auswirkungen. Eine Szintigraphie der Schilddrüse ist im Regelfall nur dann zusätzlich erforderlich, wenn die Ultraschalluntersuchung
Schilddrüsenknoten zeigt. In diesem Fall liefert die Szintigraphie zusätzliche Informationen über den Funktionszustand des Knotens (sogenannter kalter oder warmer Knoten). Diese Zusatzinformationen sind erforderlich, um
zu entscheiden, ob und in welcher Weise Schilddrüsenknoten behandelt werden sollten. Warme Knoten sind vermehrt stoffwechselaktiv und produzieren in erhöhtem Masse Schilddrüsenhormon. Diese Knoten sind praktisch
immer gutartig (sog. autonome Adenome), müssen allerdings dennoch behandelt werden, wenn eine Schilddrüsen-Überfunktion vorliegt. Kalte Knoten haben eine herabgesetzte Stoffwechselaktivität und produzieren nur wenig
oder gar kein Schilddrüsenhormon. Meist handelt es sich um degenerative bzw. regressive Knoten, in seltenen Fällen können kalte Knoten allerdings auch schon einmal bösartig sein. Im Zweifelsfall kann nach Massgabe der
Sonographie bzw. Szinthigraphie die Punktion eines Schilddrüsenknotens erforderlich sein, um die Frage der Gut- oder Bösartigkeit zu klären. Der Nachteil der Szintigraphie liegt in einer gewissen Strahlenbelastung, da
radioaktive Substanzen eingesetzt werden müssen. Daher sollte zunächst im Vorfeld die nicht strahlenbelastende Ultraschalluntersuchung eingesetzt werden. Aus unserer Sicht sollten Sie somit Ihren Hausarzt bitten, bei
Ihnen zunächst eine Ultraschalldiagnostik zu veranlassen. Je nach Befund wäre zusätzlich eine Blutuntersuchung sinnvoll, um eine eventuelle Funktionsstörung der Schilddrüse auszuschliessen (Bestimmung der basalen TSH,
ggf. zusätzlich T3 und T4). Wir hoffen sehr, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüssen Prof.
Dr. med. Jörg Piper Medizininfo-Online
Schreiben Nr. 2, Anfrage zu Symptomen bzw. Beschwerden:Sehr geehrte Frau K., Sie schildern mehrfach auftretende, plötzlich einsetzende Abblassungen und Abkühlungen Ihrer Finger, manchmal auch Zehen,
verbunden mit zeitweiligen Verfärbungen Ihres Urins, teils bräunlich, teils rötlich, welche Sie an Blutbeimengungen denken lassen. Sie fragen an, ob diese Symptomatik eine ärztliche Abklärung erfordert oder als harmlos
einzustufen ist. Sie thematisieren starke Ängste vor einem Arztbesuch und möchten daher auf diesem Wege unseren Rat. Naturgemäss ist es nicht möglich, “aus der Ferne” Diagnosen zu stellen, dennoch können wir Ihnen
einige allgemeine Hinweise geben, die vielleicht geeignet sind, Ihre Angst vor einem sicherlich notwendigen Arztbesuch abzubauen. Zu den Abblassungen der Finger und Zehen: Isolierte plötzliche Abblassungen der
Finger und / oder Zehen können Folge vorübergehender Durchblutungsstörungen sein. Solche Durchblutungsstörungen können durch zeitweilige Engstellungen der Blutgefässe in den Fingern hervorgerufen werden. Man spricht
hier von einem “Raynaud-Syndrom”. Dieses Raynaud-Syndrom kann harmlos sein, kann durch verschiedene Medikamente hervorgerufen werden (u.a. Ergotamin, Betablocker, “Pille”), kann aber auch Ausdruck einiger seltener
Erkrankungen sein, die unter dem Überbegriff “Kollagenosen” zusammengefasst werden. Zum Urinbefund: Verfärbungen des Urins, auch bräunlich-rot, müssen nicht immer bedeuten, dass Blut im Urin vorhanden ist. Die Farbe
des Urins kann je nach Trinkmenge, Nahrungszusammensetzung und Stoffwechselsituation sehr unterschiedlich sein. Verfärbungen des Urins können folglich viele verschiedene Ursachen haben. Ob es sich tatsächlich um Blut
im Urin handelt, oder z.B. um vermehrten Gallenfarbstoff, kann durch eine einfache Urinuntersuchung geklärt werden. Sollte tatsächlich Blut im Urin gefunden werden, muss durch eingehende Untersuchungen ermittelt
werden, ob eine krankhafte Ursache hierfür vorliegt. Als Basisuntersuchung sollte bei positivem Nachweis von Blut im Urin eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Harnblase durchgeführt werden, eventuell ergänzt
durch eine Spiegelung der Blase (Cystoskopie). Auch sollte ein Harnwegsinfekt durch Urinuntersuchungen ausgeschlossen werden; denn ein Harnwegsinfekt kann mit Blutbeimengungen im Urin einhergehen und muss nicht immer
Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Ein Raynaud-Syndrom in Verbindung mit Blut im Urin könnte andererseits auch auf eine relativ seltene Kollagenose mit Nierenbeteiligung (Lupus erythematodes) hinweisen. Diese
Krankheit ist allerdings recht selten, und es liegen i. d. R. andere zusätzliche Symptome vor, welche von Ihnen nicht angegeben werden. Aus gefässmedizinischer Sicht sollte zur Sicherheit dennoch ggf. eine
mikroskopische Untersuchung der Nagelhäutchen (Nagelfalze) Ihrer Finger zur Beurteilung der dort verlaufenden feinen Blutgefässe (Kapillaren) durchgeführt werden (Kapillaroskopie). Bei den vorerwähnten
Kollagenosen würden nämlich die Kapillargefässe des Nagelfalzes in aller Regel schon in sehr früher Erkrankungsphase richtungweisende Veränderungen zeigen können. Zusätzlich könnten zur Sicherheit einige spezielle
Bluttests zum Nachweis oder Ausschluss solcher Kollagenosen veranlasst werden. Selten können rötliche oder bräunliche Verfärbungen des Urins auch auf bestimmte Stoffwechselkrankheiten (Porphyrien) zurückgeführt
werden, welche ebenfalls durch spezielle Laboruntersuchungen nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden können. Im allgemeinen liegen bei Porphyrien allerdings auch zusätzlich andere Symptome vor, welche von Ihnen nicht
geschildert werden. Mit Ausnahme der - meines Erachtens nicht in jedem Fall erforderlichen - Blasenspiegelung sind sämtliche vorerwähnten Untersuchungen nicht belastend und ungefährlich. Sollte bei diesen
Untersuchungen nichts Auffälliges festgestellt werden, erscheinen mir ernsthafte Ursachen eher unwahrscheinlich. Damit andererseits keine ernsteren Dinge bei Ihnen übersehen oder möglicherweise verschleppt werden,
sollten Sie sich bei nächster Gelegenheit in ärztliche Behandlung begeben und die Symptome abklären lassen. Ich hoffe sehr, Ihnen mit diesen Informationen weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüssen
Prof. Dr. med. Jörg Piper Medizininfo-Online Copyright:
Prof. Dr. Piper, Clara-Viebig-Str. 4, 56864
Bad Bertrich, Tel.: 02674 / 182 0, Fax: 02674 / 182 3182
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